ÿþ<HTML> <HEAD> <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=unicode"> <meta http-equiv="Content-Language" content="de"> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="../../css/table.css"> <META name="GENERATOR" content="Microsoft FrontPage 6.0"> <META name="ProgId" content="FrontPage.Editor.Document"> <META NAME="description" CONTENT="Offizielle Webseite vom Sheikh Ahmad Kuftaro"> <META NAME="keywords" CONTENT="Gott, Allah, Mohammad, Mohamed, Islam, Frieden, Menschenrechte, Propheten, Umwelt, Religiöse Toleranz, Jihad, heiliger Krieg, Terrorismus, Geistlichkeit, Christmus, Sophismus, zdikr, quran, qur'an, koran, muslim, moslem, jesu, Wahrheit, Dialog, Groß Mufti vom Syrien, Syrien, Chrisit, Sheikh kuftaro, kaftaro, keftaro, kiftaro, Gewalt, Abraham, messiah, Religiöse Extremismus, Islamisches Zentrum, Sunnah, Religion, abunour, aboulnoor, abo noor, abonoor,Christenheit, Frieden, Menschenrechte, Brüder, Wahrheit, Prophet, Frauenrechte, Umwelt, Religiöse Toleranz, Gewalt, Frieden, Terrorismus, Gedankenfreiheit, Propheten Brüderlichkeit, Wissen, Tierenrechte, Geistlichkeit"> <TITLE>Legacy International&#39;s Global Viewpoints Forum</TITLE> <SCRIPT language="JavaScript1.2" src="../left_menu.js"></SCRIPT></head> <body topmargin="0" leftmargin="5" rightmargin="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" style="border-collapse: collapse" bordercolor="#111111" width="100%" id="AutoNumber2"> <tr> <td width="100%" id="HeaderTable"> Die Rolle des Islam verstehen<br> im Bezug auf Humanität und Frieden</td> </tr> <tr> <td width="100%" id="blue"> Washington D.C., USA<br> September 1990<br> </td> </tr> </table> <p style="line-height: 150%"><font size="2">Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Erbarmenden!<br> <br> Dr. Ira Kaufmann: Guten Tag. Willkommen zum Legacy International&#39;s Global Viewpoints Forum. Ich freue mich, einige Mitglieder der Diplomatengemeinschaft im Publikum zu sehen und auch viele Freunde, die an unseren vorausgegangenen Foren teilgenommen haben. Das heutige Forum ist genau wie die anderen Veranstaltungen dieser Reihe dem Zusammentreffen von Experten zahlreicher Fachgebiete (Diplomaten, Geschäftsleute, Gelehrte, religiöse Führer, Wissenschaftler und Studenten) gewidmet. Auf Anregung unserer Moderatoren möchten wir die Zuhörer aus dem Publikum einladen, ihre Differenzen zu vergessen und gemeinsame Interessengebiete zu entdecken, während wir hier zusammen sind.<br> <br> Es ist mir eine Ehre, Sie jetzt mit dem Gründer und Präsidenten von Legacy International&#39;s, Mr. J.E. Rash, bekannt zu machen, der unseren Redner vorstellen wird.<br> <br> Mr. J.E. Rash: Meine Damen und Herren, verehrte und geschätzte Gäste, es ist mir ein Vergnügen, Sie zum heutigen Global Viewpoints Forum willkommen zu heißen. Mehr als sieben Jahre lang hat Legacy International&#39;s Gruppen zusammengebracht, deren Standpunkte Bemühungen angeregt haben dürften, die Spannungen und Konflikte im Nahen Osten zu entschärfen. Der Schwerpunkt dieses Forums hat Anklang gefunden beim US-Botschafter der Vereinten Nationen, Mr. Thomas Pickering, dem Generalkonsul von Israel, Mr. Moshe Aumann, dem Berater der Botschaft der USSR, Dr. Oleg Derkofskey, und bei vielen anderen.<br> <br> Als wir erfuhren, dass der Großmufti von Syrien, Sheikh Ahmad Kuftaro, die Vereinigten Staaten besuchen würde, luden wir ihn ein, der erste Vortragende zu sein in einer Reihe von Ansprachen verschiedener religiöser Führer des Nahen Ostens zum Thema:  Die Notwendigkeit des Verstehens - die Rolle der Religion . Das heutige Thema ist:  Die Notwendigkeit des Verstehens - die Rolle des Islam .<br> <br> Für diejenigen, die den Titel nicht kennen - ein Mufti ist ein Gelehrter oder Richter, der die Befugnis hat, Gutachten abzugeben zu Fragen, die ihm von Richtern oder Privatleuten vorgelegt werden. Der Großmufti ist von Seinesgleichen gewählt und übt diese Funktion auf Lebenszeit aus.<br> <br> Während seiner Reise in die Vereinigten Staaten im Jahr 1988 hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit, Sheikh Kuftaro zu treffen. Der Großmufti ist ein berühmter Lehrer, und er ist Gründer mehrer Schulen und Universitäten. Seit mehr als vierzig Jahren ist er ein Befürworter des Dialogs zwischen den Führern <br> der Weltreligionen. Gegenwärtig arbeitet er als der gewählte Mitvorsitzende des Weltforums der spirituellen und parlamentarischen Führer.<br> <br> Während dieser Woche hatte ich die Gelegenheit, mit dem Großmufti zusammen zu sein und konnte sehen, wie seine offene Kommunikation mit Menschen aller Religionen, von jeglicher Herkunft und Weltanschauung, genau die Art von Verständnis hervorruft, das Schwerpunkt dieser Vortragsreihe ist. Es ist eine Untertreibung, wenn ich sage, es ist mir eine große Ehre, Sheikh Ahmad Kuftaro vorzustellen.<br> <br> Der Großmufti von Syrien, Sheikh Ahmad Kuftaro:<br> <br> Ich beginne meine Rede im Namen Gottes, des Schöpfers der Menschen, des Schöpfers des ganzen Universums, des Schöpfers von allem, was existiert. Ich bin Gott dankbar, dass er mir die Gelegenheit gibt, meine Brüder und Schwestern in diesem Land zu treffen. Ich bin auch dankbar für die Gastfreundschaft von Mr. Rash, der es mir ermöglicht hat, so viele Leute kennenzulernen, Interviews zu geben und Bande der Freundschaft zu knüpfen.<br> <br> Das Thema meines Vortrages ist die Notwendigkeit des Verstehens der Rolle des Islam betreffs der Humanität und des Voranbringens des Weltfriedens. Erlauben Sie mir, zuerst kurz den Islam zu erklären. Im Arabischen bedeutet das Wort  Islam den Befehlen Gottes zu gehorchen. Im Laufe der Zeit hat dieser Ausdruck eine spezielle Bedeutung bekommen: die Botschaft, die dem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) von Gott offenbart wurde. Diese Offenbarungen wurden in einem Buch zusammengetragen, welches der  Koran genannt wird. Während seiner Lebenszeit erklärte der Prophet Muhammad die Verse des Koran, und wir sammelten diese Erklärungen, um sie später zusammenzufassen zu dem, was wir die Hadith oder die Tradition des Propheten nennen.<br> <br> Der Islam hat viele Aspekte und Aufträge. Beispielsweise sind die Muslime dazu aufgerufen, allen Botschaften früherer Propheten und Gottesgesandten zu glauben, besonders denen der drei Zweige vom Baum Abrahams, des Judentums, des Christentums und des Islam. Der Standpunkt des Islam gegenüber den beiden anderen Religionen Abrahams beschränkt sich nicht auf Respekt und Verehrung. Der Islam hat die Anhänger dieser beiden benachbarten Religionen immer unterstützt und ermutigt, ihren eigenen Lehren zu folgen und ihnen gemäß zu praktizieren. Ein Muslim, der nicht an die Botschaft Abrahams und an die Botschaft Jesu glaubt, wird im Islam als Ungläubiger angesehen.<br> <br> Der Islam wird als die letzte Erscheinungsform dieser drei Religionen angesehen. Wir sehen es so, dass jede dieser Religionen auf der vorhergegangenen aufbaut, und dass der Islam den Aufbau vervollständigt. Um die Art zu veranschaulichen, in der jeder folgende Prophet die Arbeit seines Vorgängers ergänzte, verglich der Prophet Muhammad sich selber und die Propheten, die ihm vorausgingen, mit einer Gruppe von Leuten, die am Bau eines großen Hauses teilnahmen. Jeder Bauende fügte den Wänden des Hauses einen Stein hinzu, bis es beinahe vollendet war. Leute betraten das Haus und bewunderten die schöne Konstruktion. Aber sie sagten einstimmig, dass da ein Stein fehle, und dass das Bauwerk bis auf das Fehlen dieses Steines perfekt sei. Muhammad setzte seine Erklärung fort:  Ich bin dieser letzte Stein im Gebäude der Religionen. <br> <br> Ein Koranvers weist die Muslime an:<br> <br>  Sprecht:  Wir glauben an Allah und an das, was Er zu uns herabsandte, und was Er zu Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und den Stämmen herabsandte, und was Moses und Jesus und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde.  <br> Sure 2, Die Kuh, Vers 136<br> <br> Die Muslime haben gut auf diesen Aufruf reagiert. Sie glauben an die Botschaft Abrahams, Moses&#39; und der anderen Propheten der Thora genauso wie an die Botschaft Jesu Christi. Wer den Koran liest, findet darin ausführlich das Evangelium Jesu Christi: seine Wunder, seine Lebensgeschichte und seine Geburt durch die Jungfrau Maria. Die Muslime finden im Koran auch das Wesentliche und den Geist der Thora (oder des Alten Testaments). Der Koran fügt diesen Botschaften den letzten Stein zur Konstruktion des Hauses der Religionen bei. Der Islam wird als ein Licht angeboten, das für alle scheint und welches das Paradies für die Menschen hier auf Erden schafft, bevor sie das himmlische Paradies betreten.<br> <br> Historisch gesehen haben einige der Anhänger Moses und einiger der Anhänger Jesu Christi den Islam vollständig angenommen, wohingegen andere weiterhin ihren eigenen Traditionen und Religionen folgten. Der Islam erkennt das Recht des Einzelnen an, den Glauben der eigenen Wahl beizubehalten, und er schützt die Orte des Gottesdienstes anderer Religionen einschließlich der Kirchen und Synagogen.<br> <br> Der Islam ruft die drei Religionen Abrahams dazu auf, nach einem einmütigen Prinzip zu arbeiten. Er ermahnt sie, so viel wie möglich zu arbeiten - sogar miteinander zu wetteifern - um Gutes zu tun um der Menschen und aller lebenden Geschöpfe auf der Erde willen. Der Prophet Muhammad führt das genauer aus und sagt:  Alle Geschöpfe einschließlich der Tiere und Pflanzen sind von Gott abhängig, und Gott begünstigt denjenigen, der seinen Geschöpfen am nützlichsten ist. <br> <br> Der Islam unterstreicht die Einheit der Religionen des Himmels und die Bruderschaft der Propheten und Gottesgesandten. Er betont, dass jeder Prophet die Arbeit seines Vorgängers vervollständigt. Auf die gleiche Weise, wie der Islam die Moscheen geschützt hat, hat er in den letzten fünfzehn Jahrhunderten auch die Kirchen und die Synagogen beschützt und bewahrt. Der Islam sorgt auch für das Wohlergehen der Menschheit und stellt eine Grundlage für dieses Wohlergehen im täglichen Leben zur Verfügung. Er befürwortet Gerechtigkeit und Gleichheit für alle: kein Muslim hat ein Recht gegen einen Nicht-Muslimen. Der Islam respektiert die Menschenrechte eines jeden, ungeachtet der Rasse, Hautfarbe, Religion oder Nationalität, nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis, im Kleinen und im Großen. Die folgende Geschichte veranschaulicht dieses Engagement.<br> <br> Ein Muslim stahl einen Sack Mehl und brachte ihn in das Haus eines Juden. Er vertraute dem Juden, der nicht wusste, dass er gestohlen war, den Sack an. Nun war zufällig ein kleines Loch im Sack, und so markierte eine Spur den Weg vom Haus des rechtmäßigen Besitzers zum Haus des Juden. Der Eigentümer folgte der Mehlspur, kam zum Haus des Juden und fand dort seinen Sack mit Mehl. Er ergriff den Juden und brachte ihn vor den Propheten Muhammad, um den Diebstahl anzuzeigen.<br> <br> Der Prophet hörte den Fall an und fand den Juden offensichtlich in die Sache verwickelt. Der Jude bestritt seine Teilhabe an dem Verbrechen und sagte, dass ihm das Mehl von einem Herrn Soundso, einem Muslimen, anvertraut worden war. Der Prophet Muhammad rief diesen Muslimen und befragte ihn. Der Mann stritt seine Schuld ab. Auch seine Familienmitglieder beteuerten seine Unschuld. Als der Prophet Muhammad gerade dabei war, das Urteil über den Juden zu sprechen, kam der Erzengel Gabriel mit einer koranischen Offenbarung vom Himmel, die den Juden verteidigte und dessen Unschuld bestätigte und ihn vor der Ungerechtigkeit bewahrte und den Muslimen mit der wahren Geschichte des Diebstahls belastete. Der Muslim wurde daraufhin bestraft.<br> <br> Eine ähnliche Geschichte veranschaulicht die Rechte der Christen unter dem Schutz des Islam. Kurz nachdem Ägypten von den Muslimen erobert worden war, fand in Alexandria ein Pferderennen statt. Unter den Reitern waren sowohl ein koptischer Christ als auch der Sohn des muslimischen Gouverneurs. <br> Als sie den letzten Streckenabschnitt erreicht hatten, lag der Christ in Führung, dicht vor dem Sohn des Gouverneurs. Als sicher war, dass der Christ gewinnen würde, schlug der Sohn des Gouverneurs ihn mit seiner Reitpeitsche und beschimpfte ihn, indem er sagte:  Ich bin der Sohn eines Edlen! Wie kannst du es wagen, mich in diesem Rennen zu überholen? <br> <br> Der junge Christ verlor und war niedergeschlagen über die Misshandlung. Die Leute ermutigten ihn, zum Kalifen Omar zu gehen, dem derzeitigen Oberhaupt des islamischen Reiches. Daraufhin reiste er ins weit entfernte Medina und erzählte Omar seine Geschichte. Omar sagte nichts zu dem Jungen. <br> Stattdessen ließ er den Gouverneur von Ägypten und dessen Sohn nach Medina rufen.<br> <br> Als der Gouverneur und sein Sohn in Medina ankamen, hörten sich Omar und eine Anzahl anderer Gefährten des Propheten den Fall an. Sie hörten, wie der muslimische Junge den Christen misshandelt hatte. Nach dem Gericht gab Omar dem Christenjungen die Peitsche und hieß ihn, den Sohn des Gouverneurs von Ägypten zu schlagen. Der Junge nahm die Peitsche und gab ihm einige Schläge. Als er geendet hatte, sagte der Kalif Omar:  Nun schlage den kahlen Kopf seines Vaters. Der Christenjunge weigerte sich und sagte:  Ich werde nur den schlagen, der mir Unrecht getan hat.  Aber er beging dieses Unrecht gegen dich unter der Verantwortung seines Vaters. Geh und schlage auch den Vater, so wurde er ermutigt. Der Junge sagte noch einmal:  Nein, das werde ich nicht tun. <br> <br> Die Gefährten des Propheten freuten sich insgeheim, dass der junge Christ seine Rechte gegenüber dem Sohn des Gouverneurs wahrgenommen hatte, und sie sagten tatsächlich, dass sie ihn auch nicht daran gehindert hätten, von seinem Recht gegenüber dem Gouverneur selbst Gebrauch zu machen.<br> <br> Einst kam der Trauerzug eines Juden an Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) vorbei, und er stand auf. Die Gefährten des Propheten, die wussten, dass der Verstorbene Jude war, fragten ihn, warum er aufgestanden sei. Der Prophet sagte:  Ist er etwa kein Mensch? <br> <br> So weit möchte ich die Beziehung der Muslime zu den Anhängern anderer Religionen erörtern. Das Gewährleisten von Rechten durch den Islam ist hier nicht zu Ende. Es bezieht sich genauso auf jene, die keiner der offenbarten Religionen angehören. Eines Tages, als der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) den Leuten Almosen gab, kam ein Götzenanbeter und bat um einen Anteil. Der Prophet weigerte sich, ihm etwas zu geben und sagte:  Du bist keiner von den Anhängern meiner Religion. Der Mann ging traurig weg.<br> <br> Sofort empfing der Prophet eine Offenbarung, welche sagte:<br> <br>  Nicht dir obliegt die Leitung, sondern Allah leitet, wen Er will. <br> Sure 2, Die Kuh, Vers 272<br> <br> und:<br> <br>  Kein Zwang im Glauben! <br> Sure 2, Die Kuh, Vers 256<br> <br> Der Prophet Muhammad rief den Götzenanbeter zurück und gab ihm einen größeren Anteil Almosen, als er den Anderen gegeben hatte. Der Mann war erstaunt.  Warum hast du deine Meinung geändert? <br> fragte er den Propheten. Der Prophet antwortete:  Gott tadelte mich für mein Handeln. Gott befahl mir, dir etwas zu geben. <br> <br> Lassen Sie mich jetzt über die Rechte der Frauen sprechen. Welche Rechte haben Frauen im Islam? <br> Sollten Männer diktatorisch und tyrannisch sein? Der Islam gab den Frauen Rechte, die sie, ich möchte sagen, in manchen Ländern bis jetzt nicht besitzen. Der Islam respektiert und verehrt die Frauen als Mütter. Der Prophet (Friede sei mit ihm) sagte:  Das Paradies liegt zu Füßen der Mütter. Das bedeutet, dass keiner ins Paradies kommt, der nicht zuvor die Füße seiner Mutter mit Respekt und Liebe geküsst hat. Der Islam verehrt die Frauen auch als Schwestern und Töchter. Eine Überlieferung sagt:  Wer auch immer seine Schwester oder seine Tochter lehrt und ihr hilft, das höchste Niveau an Bildung, Charakter und Wohlverhalten zu erreichen, der bekommt nicht weniger als das Paradies. <br> <br> Und was ist mit den Frauen in ihrer Rolle als Ehefrau? Sollten sie einige Rechte haben? Sollten Ehefrauen nicht ihre Rechte fordern? Sind die Männer im Publikum bereit, zu hören, welche Rechte der Islam ihren Ehegattinnen zugesteht? Ich hoffe es.<br> <br> Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) sagte, dass die besten Gläubigen diejenigen sind, die ihre Ehefrauen am besten behandeln. Er sagte auch, dass nur Männer mit einer edlen Gesinnung großzügig mit ihren Ehefrauen sind. Diejenigen, die vornehm und gutherzig sind, sind immer bereit, ihre Ehefrauen vollkommen zu respektieren und ihnen all ihre Rechte zu gewähren.<br> <br> Der Islam verlangt, dass die Frauen für die Haushaltsführung verantwortlich sind.<br> Der Islam belastet die Frau nicht mit der Verantwortung, die Familie finanziell zu unterstützen, denn er erkennt an, dass das Austragen und Aufziehen von Kindern eine enorme Zeit und Mühe in Anspruch nimmt. Es ist die Aufgabe des Mannes, zu arbeiten und den Lebensunterhalt zu verdienen. Gleichzeitig gibt der Islam den Frauen das Recht, arbeiten zu gehen, wenn sie es wünschen. Nichts verbietet das. <br> Einmal fragte ein Mann den Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), wen er am meisten lieben und respektieren solle. Der Prophet Muhammad sagte:  Deine Mutter. Der Mann fragte:  Und nach meiner Mutter? Der Prophet antwortete:  Deine Mutter. Der Mann fragte wieder:  Und wen danach? Und der Prophet antwortete:  Deine Mutter. Als der Mann ein viertes Mal fragte, sagte der Prophet:  Dann deinen Vater. Die Männer denken vielleicht, dass sie damit nicht die gleichen Rechte haben wie die Frauen, aber ich glaube, das ist göttliche Gerechtigkeit. <br> <br> Der Islam unterstützt den Zusammenhalt der Familie. Im islamischen Umfeld wird die Liebe geschätzt und die Familie geschützt.<br> <br> Die ganze Gemeinschaft ist auf ähnlichen Prinzipien aufgebaut wie die Nation. Der Islam schafft eine allgemeine Atmosphäre des Lernens und des Kampfes gegen die Ignoranz, eine Atmosphäre der Fülle, des Reichtums und der Linderung aller Armut. Der Islam gibt den Menschen die Kräfte der Vernunft und der Weisheit, um Illusion und Aberglauben entgegenzuwirken.<br> <br> Der Islam ruft die Gemeinschaft der Menschheit dazu auf, eine globale Familie zu schaffen und zusammenzuarbeiten, so wie Ehemann und Ehefrau in der Familie zusammenarbeiten, um ihre Kinder großzuziehen. Der Islam sagt, wenn in einer Gemeinschaft Leute hungrig, unwissend (ungebildet) oder krank sind, dann ist das keine Gemeinschaft des Glaubens, ehe nicht ihre Mitglieder arbeiten, um die Hungrigen zu speisen, die Analphabeten und die Ungebildeten zu lehren und die Kranken zu versorgen.<br> <br> Der Auftrag, für die zu sorgen, die Hilfe brauchen, endet nicht bei den Menschen; er schließt auch die Tiere ein. Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) erzählte die Geschichte einer sehr durstigen Frau, die in der Wüste unterwegs war. Schließlich fand sie einen Brunnen. Sie hatte weder ein Seil noch einen Eimer, um Wasser nach oben zu ziehen - also kletterte sie hinunter und trank. Als sie wieder nach oben kam, fand sie einen Hund, der am Schlamm leckte, und sie dachte:  Dieser arme Hund ist so durstig wie ich es war. So kletterte sie noch einmal nach unten und brachte in ihrem Mund und in ihren <br> Schuhen etwas Wasser mit, was sie dem Hund gab. Diese Frau war zufällig eine Sünderin. Aber durch ihre Tat der Nächstenliebe für den Hund vergab ihr Gott ihre Sünden.<br> <br> Zu einer anderen Gelegenheit erzählte der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) die Geschichte einer Frau, die eine Katze eingesperrt hatte, bis sie verhungert war. Gott bestrafte diese Frau mit dem Feuer der Hölle, weil sie die Katze weder gefüttert hatte noch für sich selbst Futter suchen ließ.<br> <br> Ich erinnere mich an den Spruch des Propheten:  Alle Geschöpfe sind auf Gott angewiesen. Gott begünstigt den am meisten, der den auf Ihn Angewiesenen am meisten hilft. <br> <br> Mit diesen Lehren war der Islam trotz der einfachen Mittel, die Muhammad und seinen Gefährten damals zur Verfügung standen, in der Lage, die Hälfte der Alten Welt zu Mitgliedern einer Familie zu machen, die füreinander sorgten, ihr Wissen respektierten, zum Lernen ermutigten, die Armut linderten und aller Erniedrigung und allem Aberglauben abschworen.<br> <br> Im Islam ist der Herrscher eines Landes der Diener dieses Landes und kein Despot. Ich bin überzeugt davon, dass der globale Friede nicht erreicht werden kann, wenn wir nicht zum eigentlichen Sinn der Religionen zurückkehren. Ich möchte sagen, der Islam ist seinen Weg durch Fehlinterpretationen, falsche Vorstellungen und Übersetzungsfehler gegangen, genau wie andere himmlische Religionen. <br> Deshalb können die Religionen ihr Ziel nicht erreichen, wenn sie nicht in grundlegender <br> Übereinstimmung mit dem Wesen und dem Ursprung ihrer Bestimmung wirken. Wenn wir nicht zurückkehren zu diesem Wesen, diesem Herz, diesem Ursprung, finden wir keine Lösung für unsere globalen Probleme. Ich glaube, dass die Religion Gottes wie frisches Wasser ist, das als Regen herabkommt und Leben gibt. Sobald es aber mit den Menschen und den Städten in Berührung kommt, wird es verunreinigt und bringt Krankheit, wenn nicht sogar Tod.<br> <br> Zusammenfassend möchte ich sagen, dass der Islam alles verbietet, was schädlich für die Menschheit ist, für ihren Körper, für ihren Geist, für ihren Charakter, für ihr Wohlergehen. Der Islam erlaubt alles, was gut ist und lehnt alles ab, was schlecht ist. Zum Beispiel ist es dem Ehemann und der Ehefrau nicht erlaubt, außerhalb ihrer ehelichen Verbindung Kontakt zu anderen Personen zu haben. Es gab und gibt wenig AIDS-Gefahr, wenn wir diesen schönen Anweisungen folgen. Rauschmittel und Drogen sind nicht erlaubt, und so kann die Gemeinschaft rein bleiben in Körper, Geist und Charakter, und sie kann in der Einheit der Familie bleiben mit aller Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit, mit Liebe und Zusammenarbeit. Danke für Ihre Zeit!<br> <br> Dr. Ira Kaufmann: Danke für Ihre Äußerungen, Sheikh Kuftaro. Ich möchte das Publikum einladen, jetzt Fragen zu stellen, die sich auf die Rolle des Islam in der gegenwärtigen Welt beziehen.<br> <br> Ein Zuhörer: Ich bin ein Rabbi aus Washington D.C., und ich bin tief beeindruckt von den Äußerungen des Großmufti, und ich bezweifle nicht, dass er die höchsten Ideale des Koran und des Islam vorgetragen hat. Aber ich muss sagen, dass es einen enormen Unterschied gibt zwischen den hohen Idealen und der Praxis, so, wie es leider auch im Judentum einen Unterschied zwischen den höchsten Idealen und der Praxis der Juden gibt. Auch im Christentum finden wir einen Unterschied zwischen der Ethik und dem Glauben Jesu und der Praxis der Christen.<br> <br> Bezugnehmend auf einige dieser Punkte möchte ich folgendes aufzeigen: Der Großmufti sprach von der islamischen Verpflichtung, die Synagogen und die Kirchen zu schützen. Allerdings bin ich in der Altstadt von Jerusalem durch die Ruinen von 37 oder 40 Synagogen gelaufen, die in den Vierziger und Fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts zerstört wurden.<br> <br> Sheikh Kuftaro: Ich danke dem Rabbi für die Frage. Die Antwort auf Ihre Frage ist Ihre Frage. In Wirklichkeit gibt es, wie Sie bereits sagten, einen Unterschied zwischen dem Wesen einer Religion und dem Handeln ihrer Anhänger. Eine Synagoge oder Kirche niederzureißen ist das direkte Verletzen islamischer Prinzipien. Wie Sie gerade feststellten, gibt es in jeder der drei Religionen Abrahams Leute, die nicht den Lehren gemäß handeln. Deshalb müssen wir zusammenarbeiten und einander die Hände reichen bei dem Bemühen, die Räder des Zuges wieder auf die Gleise zu setzen. Nur auf diese Art wird der Zug uns zum wunderbaren Ziel von Harmonie und Frieden bringen. Wenn ich sage  uns , dann meine ich uns alle, alle miteinander. Ich danke Ihnen für Ihre Frage.<br> <br> Ein Zuhörer: Ich bin ein Kirchenältester in einer Episkopalkirche dieser Gegend. Ich weiß es zu schätzen, hier zu sein, und ich bin sehr angetan von Ihrer Rede. In Antwort auf Ihre Aussage über die Akzeptanz des Islam für die grundlegenden Lehren anderer Religionen, speziell des Judentums und des Christentums, würde ich sagen, es gibt Gelegenheiten, bei denen man wirklich die Unterschiede betonen muss. Es gibt ein paar grundlegende Unterschiede zwischen diesen großen Religionen, und ich denke, wir können sie nicht einfach unter den Teppich kehren und sagen, es sei alles in Ordnung. Ich verbrachte einige Zeit in Bangkok mit buddhistischen Mönchen, und wir hatten lange Diskussionen über das Konzept von Vergebung, Erbarmen und Verständnis, wie es in der christlichen Religion gelehrt wird. Ich bin der Erste, der zugibt, dass nicht alle Christen danach handeln. Aber ich gewann aus <br> meinem begrenzten Wissen über den Islam den Eindruck, dass er eine strenge, kalte und grausame Religion ist, und dass, wenn jemand seine Vorschriften verletzt, ihn das Recht hart und schnell und ohne Erbarmen, Vergebung oder Verständnis trifft. Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben. Das Christentum glaubt an das Gebot  Du sollst nicht ehebrechen. Wir lehren das, und wir glauben daran. Aber wenn jemand Ehebruch begeht, ob Mann oder Frau, gehört es nicht zu unserem Glauben, ihnen den Kopf abzuschneiden oder sie vor ein Exekutionskommando zu stellen. Wir denken, der Sünder sollte zu Gott kommen und um Vergebung bitten, und weiterhin unter uns leben. Ich wollte den Großmufti bitten, uns ganz kurz das Konzept von Vergebung, Erbarmen und Verständnis vom islamischen Standpunkt aus zu erläutern.<br> <br> Lassen Sie mich abschließend noch sagen, dass ich trotz der Ausführungen des Großmufti nicht davon überzeugt bin, dass der Islam nicht die Männer den Frauen vorzieht. Gemäß allem, was ich gelesen, verstanden und gesehen habe, sind die Frauen im Islam in einer sehr untergeordneten Rolle.<br> <br> Sheikh Kuftaro: In der Tat möchte ich unterstützen, was der Rabbi gerade gesagt hat, - dass das Wesen unserer Religion eine Sache ist und die Praxis eine andere. Ich kann ein kleines Beispiel geben. Sagen wir, jemand bekommt einen brandneuen Cadillac geschenkt. Er fährt das Auto in einer solchen Weise, dass er einen Unfall verursacht. Nun, wessen Fehler ist das? Der Fehler des Autos oder des Fahrers? <br> Wenn der Muslim, Christ oder Jude den Lehren seiner Religion genau gefolgt wäre, so hätte er sicherlich das Ziel erreicht.<br> <br> Härte und Grausamkeit sind die Fehler der Menschen, weil sie die Religion missbrauchen. Im Koran </font> </p> <p style="line-height: 150%"><font size="2">spricht Gott Muhammad folgendermaßen an:<br> <br>  Und Wir entsandten dich fürwahr als eine Barmherzigkeit für alle Welt. <br> Sure 21, Die Propheten, Vers 107<br> <br> Nicht nur zu den Muslimen, sondern zur ganzen Menschheit. (Bitte beachten Sie, dass dieser Vers nicht ausschließlich auf die Botschaft Muhammads verweist, sondern auf die Botschaft fast aller Propheten, weil Muhammad und der Islam das vollendete Gebäude der Religionen darstellen - wie ich vorher beschrieb). Auch zur Zeit des Propheten gab es sündige Muslime, die Fehler begingen. Welches Urteil erlegte ihnen Muhammad auf? Er wies die gesamte Gemeinschaft an, nicht mehr mit ihnen zu sprechen. <br> Das war es. Er strafte nicht hart. Seine Strafen waren nicht kalt und grausam. Er sagte nur:  Sprecht nicht mit dieser Person. <br> <br> Bitte behalten Sie in Erinnerung, dass ein Muslim jemand ist, der an die Botschaft Muhammads glaubt, an die Botschaft Abrahams, an die Botschaft Moses&#39; und an die Botschaft Christi. Andernfalls ist jemand kein Muslim. Zur Zeit des Propheten gab es keine Polizei, keine Zuchthäuser und keine Gefängnisse. Wenn jemand Hochverrat begangen hatte, wie wir es heute nennen, strafte ihn keiner. Er bestrafte sich selber, indem er sich an eine der Moscheesäulen band und erklärte, er würde nicht essen oder trinken, bevor Gott ihm nicht vergeben hätte. Der Prophet Muhammad würde zu den Richtern bei Gericht sagen, dass <br> sie, wenn der Angeklagte wirklich ein Verbrechen begangen hätte, sie doch Rechtfertigungen für ihn oder sie finden sollten und Gründe, um die Härte des verhängten Urteils abzumildern.<br> <br> Sagen wir, ein Bekannter von Ihnen fährt mit einem Cadillac in einen schönen Ferienort, in die Berge, oder zum Schwimmen, um sich mit seiner Familie zu erholen. Wenn Ihr Bekannter zurückkommt, fragen Sie:  Und, wie fährt sich ein Cadillac? Der Bekannte wird sagen:  O, der Cadillac ist ein wunderbares Auto. Das ist nur möglich wenn der Fahrer vom gleichen Format ist wie der Cadillac. Wenn der Fahrer unqualifiziert ist - wenn er nur hineinspringt und anfängt zu fahren wie mit jedem anderen Auto und nicht auf seine gute Qualität achtet, dann ist es der Fehler des Fahrers, wenn etwas schiefgeht, und nicht der Fehler des Autos.<br> <br> Zurück zu unserem Bruder, dem Rabbi - lassen Sie mich sagen, dass ein Dichter einst folgende Verse schrieb:  Die Religion ging zu Gott hinauf und sagte:  O mein Herr! Die Menschen haben mich misshandelt! Sie benennen einander nach mir, und ich schwöre bei Dir, dem allmächtigen Gott, dass weder ich einen von ihnen kenne noch kennen sie mich.  <br> <br> Im Arabischen meint das hauptsächlich gebrauchte Wort für  Jude jemanden, der Buße getan hat und Gott aufrichtig liebt. Das arabische Wort für  christlich - nasrani - meint jemanden, der Jesus Christus hilft und für dessen Ziele arbeitet. Das Wort  Muslim meint jemanden, der sich den Befehlen und Anordnungen Gottes unterwirft. Wenn Sie einen Gorilla  Miss Beauty , Schönheitskönigin, nennen, wen verletzen Sie? Den Gorilla oder die wirkliche Schönheitskönigin? Sie geben jemandem einen schönen Namen, der in keiner Weise dem Ideal entspricht. Die jeweilige Schönheitskönigin verdient diesen Titel, zusammen mit einem Diamanthalsband. Der oder die wirklich Gläubige - Jude, Christ oder Muslim - ist die wirkliche Schönheitskönigin, die den Titel verdient.<br> <br> Im Islam hören wir den Propheten Muhammad sagen (und noch einmal, bitte beachten Sie, wenn ich  Islam sage, dass ich mich auch auf die Botschaften Abrahams, Moses&#39; und Christi beziehe) :  Der Mensch ist der Bruder seines Mitmenschen, ob es ihm passt oder nicht. Wir interpretieren Dinge oder wenden Dinge in sehr deformierter oder entstellter Art und Weise an, und dann führen wir sie auf unsere eigene Religion zurück. Ich denke, Sie sind einverstanden, wenn ich sage, dass dies unser Fehler und nicht der Fehler unserer Religionen ist.<br> <br> Ein Zuhörer: Wenn Sie erlauben, Sheikh, als ein Jude liebe ich die heiligen Worte, die Sie mit uns geteilt haben, und ich habe zwei Fragen an Sie. Erstens sagten Sie, dass jemand, der eine Katze in einem Raum eingesperrt habe, die Hölle verdient. Was sagen Sie dann über jemanden, der Menschen in einem Raum einsperrt und als Geiseln hält?<br> <br> Zweitens habe ich im Koran gelesen, dass die Gläubigen, die gute Werke tun, das Paradies erben sollen. Schließt das Juden und Christen, welche Nächstenliebe und gute Werke verrichten und Gott lieben, mit ein, auch wenn sie nicht den Auslegungen Muhammads folgen?<br> <br> Sheikh Kuftaro: Wie ich zuvor erklärte, sprechen wir über das Wesen und die Schönheit der Religion. <br> Wenn Leute Fehler begehen, so sind das ihre eigenen Fehler, und die Religion hat nichts damit zu tun. Es gibt im Koran einen Vers, der das erklärt, was Sie gerade sagten. Der Koran sagt:<br> <br>  Siehe, die da glauben (in diesem Fall bedeutet das: die an Muhammad glauben), auch die Juden und die Christen und die Sabäer (das bedeutet: die Anhänger anderer Religionen) - wer immer an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag und das Rechte tut (wenn sie das tun), die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn. Keine Furcht kommt über sie, und sie werden nicht traurig sein. <br> Sure 2, Die Kuh, Vers 62<br> <br> Gleichzeitig lädt der Islam die Juden und die Christen ein, den Islam zu studieren, um zu sehen, was er beinhaltet. Es liegt an ihnen, wenn sie das Vorhandene akzeptieren. Wenn sie es nicht tun, ist es auch ihre Sache, denn ihre Religionsfreiheit soll im Islam geachtet, geschützt und befürwortet werden. <br> Niemand hat das Recht, jemanden zu zwingen, dem Weg einer anderen Religion zu folgen. In einem anderen Vers bestätigt der Koran ganz klar, dass jede Religion ihre eigene Gesetzgebung und ihre eigenen Lehren hat, und das ist gut so, denn es ist eines der Gesetze Gottes, dass es viele Wege und Vorgehensweisen geben sollte. Jeder von uns sollte sich bemühen, so viel Gutes wie möglich zu tun - das ist das, was wirklich zählt.<br> <br> Wir haben ein letztes Thema anzusprechen: Gott. Wir müssen Ihm alle Angelegenheiten des <br> Ins-Paradies-Kommens oder In-die-Hölle-Kommens überlassen. Er ist der beste Richter. Er ist der, der am meisten vergibt, der am meisten Mitfühlende, der Barmherzigste. Sein Mitleid ist groß, - größer als das Mitleid und die Liebe einer Mutter gegenüber ihrem Baby. Überlassen Sie es Ihm - Er ist der Nachsichtigste.<br> <br> Ein Zuhörer: Saddam Hussein hat zu einem heiligen Krieg aufgerufen zur Unterstützung seiner <br> Aktivitäten im Nahen Osten, und er setzt voraus, dass der Islam seine Politik befürwortet. Würden Sie uns eine Fatwa, eine Stellungnahme, geben - das betreffend, was der wahre Muslim fühlen sollte <br> angesichts der Aktionen Saddam Husseins im Nahen Osten?<br> <br> Sheikh Kuftaro: Ein heiliger Krieg oder heiliger Kampf ist nur ausgerichtet auf die Verbreitung von Wissen und Bildung. Er zielt auf die Pflege der Weisheit und auf die Trennung der menschlichen Vernunft von Aberglauben und Illusion. Außer dem Verbreiten von Wissen und der Befreiung des Verstandes von Ignoranz hat er noch die Förderung des tugendhaften Charakters der Menschen zum Ziel. Jemand, der für diese Ziele arbeitet, sollte es alleine um Gottes willen tun und nicht um seiner oder ihrer selbst willen. Das ist das, was wir im Islam den heiligen Krieg nennen. Seine Ziele sind nicht Ausbeutung, Blutvergießen, Aggression oder sonst ein unerlaubter Zweck.<br> <br> Dies sprach den Teil Ihrer Frage an, der die Natur des heiligen Krieges oder Kampfes für eine Sache betrifft. Was Saddam angeht, so könnte man sagen, dass er diesen  heiligen Krieg um Erdöl führt.<br> <br> Ein Zuhörer: Was würden Sie als ein Muslim sagen über die Stationierung fremder Truppen in Saudi-Arabien als Antwort auf die Besetzung Kuwaits durch Saddam Hussein?<br> <br> Sheikh Kuftaro: Es gibt ein Sprichwort im Arabischen:  Die Bewohner von Mekka kennen die Straßen von Mekka am besten. Die, die von dieser Krise betroffen sind, wissen am besten, wie sie ihre eigenen Interessen vertreten. Wenn einer von jemandem in den Finger gebissen wird, dann ist die Person, die an dem Biss leidet, verschieden von einer Person, die nicht in den Finger gebissen wurde.<br> <br> Ein Zuhörer: Ich möchte gerne wissen, Sir, ob Sie das Gefühl haben, dass die Saudis sich gut um Mekka <br> und Medina kümmern.<br> <br> Sheikh Kuftaro: Mekka und Medina sind in bester Obhut. Es ist hervorragend gesorgt für die heiligen Orte, die Pilger und die Bürger. Alles ist in sehr gutem Zustand.<br> <br> Ein Zuhörer: Ich arbeite für eine jüdische Zeitschrift in Washington D.C. Mich interessiert die vorherige Frage, die die Geiseln betrifft. Ich habe bestimmte Artikel einiger muslimischer Führer gelesen, die als eine Billigung der Geiselnahme interpretiert werden könnten. Wie kann ein Nicht-Muslim beurteilen, was wahrer Islam ist und was nicht, wenn muslimische Führer auf diese Weise im Namen des Islam sprechen?<br> <br> Sheikh Kuftaro: Wirklich, - wenn wir von Geiseln reden, reden wir über eine ungewöhnliche Situation. <br> Wenn sich Menschen in einem Konflikt befinden oder im Kriegszustand, dann wird es solche Geiseln geben. Nehmen Sie zum Beispiel Israel: Tausende von Geiseln werden dort in Gefangenlagern gehalten. <br> Sie erdulden dort sehr viel. Organisationen wie das Rote Kreuz durften sie nicht besuchen, um ihren Zustand zu überprüfen. Und um fair zu sein, müssen wir beide Seiten erwähnen und die Aktivitäten beider Seiten verurteilen. Tatsächlich würde keine Religion und kein Mensch mit einem Gewissen diese Situation gut heißen, ganz gleich, ob sie von der eigenen Partei oder von der Gegenseite verursacht wurde. In solchen Aktionen liegt keine Gerechtigkeit. Wir beten zu Gott, dass beide Seiten für die Humanität arbeiten mögen und davon absehen mögen, irgendjemanden zu verletzen oder zu misshandeln.<br> <br> Ein Zuhörer: Meine Frage bezieht sich auf eine von einer weiseren Person vorher gestellten Frage. Er fragte nach der Zerstörung von Synagogen während der Zeit, als Jordanien Jerusalem kontrollierte. Ihre Antwort war sehr beredt. Ich habe eine weitere Frage zu dieser Angelegenheit. Wenn Leute, die sich Muslime nennen, während solcher Zeiten auf eine Art handeln, die der Ethik des Islam entgegensteht, - ist es dann nicht die Aufgabe derer, die sich für wahre Gläubige halten, gegen solche Aktionen zu protestieren? Erfüllten die wahren Muslime diese Verpflichtung in diesem Abschnitt der Geschichte?<br> <br> Sheikh Kuftaro: Ich bin persönlich im Namen des Islam gegen all diese Zerstörung. Wir verurteilen und verdammen tatsächlich alle Aktionen, die gegen heilige Orte gerichtet sind. Alle Parteien sollten den genauen Lehren Gottes folgen, keinen Tempel oder Platz der Gottesverehrung zu verletzen, sei es in Israel, auf der West-Bank oder irgendwo anders. Alle von uns - jüdische Rabbis, christliche Priester und muslimische Gelehrte - sollten solche Zerstörung verurteilen. Angenommen, wir gehören alle zum gleichen Baum Abrahams, dann müssen wir zusammenarbeiten, um solchen tadelnswerten Aktionen ein Ende zu bereiten.<br> <br> Ein Zuhörer: Ich möchte gerne eine zusammenfassende Bemerkung hinzufügen. Ich wurde eine Zeitlang als amerikanische Geisel in Beirut gehalten. Aus persönlicher Erfahrung bestätige ich vollkommen, hundertprozentig, diese Beiträge zur Gesamtsituation der Geiseln im Nahen Osten. Ein Gefühl für Fairness und Anstand verlangt, dass wir beide Seiten betrachten, wie Seine Eminenz gesagt hat. Sein Standpunkt ist absolut zutreffend. In der verworrenen, schrecklichen und unglückseligen Situation im Nahen Osten macht es unter diesen Umständen keinen Sinn, dass ein Esel den anderen Langohr schimpft (d.h. es sind alle Parteien gleichermaßen zu tadeln). Ich danke Ihnen.<br> <br> Dr. Kaufmann: Im Namen von Legacy International&#39;s und der gesamten Zuhörerschaft möchte ich dem Großmufti für seinen Vortrag und für die Eröffnung der Global Viewpoints Forum-Reihe zum Thema Religion danken. Ich weiß, dass dies für Sheikh Kuftaro ein langer Tag war, und ich weiß beides, seinen Vortrag und seine Bereitschaft, unsere Fragen zu beantworten, sehr zu schätzen. Ich danke Ihnen recht herzlich.</font></p> </BODY> </HTML>